trier
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| trier [2023/10/18 14:20] – angelegt bjohan02_uni-mainz.de | trier [2023/11/13 11:40] (aktuell) – bjohan02_uni-mainz.de | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| ====== Trier ====== | ====== Trier ====== | ||
| + | Die Missio canonica als kirchlicher Auftrag | ||
| + | und Bestärkung für Religionslehrkräfte | ||
| + | Die Missio canonica (kirchliche Bevollmächtigung) | ||
| + | und die vorläufige kirchliche Bevollmächtigung für | ||
| + | die Zeit des Vorbereitungsdienstes sind kirchliche | ||
| + | Sendung, Auftrag und Rückhalt für die Religionslehrkräfte zur Erteilung des katholischen Religionsunterrichts im Rahmen des schulischen Erziehungs- und | ||
| + | Bildungsauftrags. In dieser Sendung der Religionslehrkräfte wird die grundgesetzliche Konstruktion | ||
| + | gemäß Artikel 7 Absatz 3 GG des katholischen Religionsunterrichts als sogenannte „res mixta“ konkret, | ||
| + | und sie ist Teil der gemeinsam wahrgenommenen Verantwortung von Staat und katholischer Kirche | ||
| + | für das Fach. Im Rahmen dieser gemeinsamen Verantwortung setzen die Bundesländer nur solche | ||
| + | Lehrkräfte im katholischen Religionsunterricht ein, die - wie die Lehrkräfte aller Fächer – für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes eintreten und vom Ortsordinarius | ||
| + | zur Erteilung des Religionsunterrichts im Namen der Kirche bevollmächtigt werden. Die Bevollmächtigung ist auch kirchenrechtlich geregelt.1 | ||
| + | |||
| + | **Der katholische Religionsunterricht hat aus kirchlicher Perspektive drei wesentliche Aufgaben: | ||
| + | |||
| + | 1. „Vermittlung von strukturiertem und lebensbedeutsamem Grundwissen über den Glauben der Kir - | ||
| + | che“2 – Die Wissensvermittlung setzt dieses im Studium der Theologie vermittelte Grundwissen bei | ||
| + | den Religionslehrkräften voraus sowie die Kompetenz, dieses Wissen mit Bezug zur Lebensrealität der | ||
| + | Menschen heute zu reflektieren; | ||
| + | |||
| + | 2. „Reflexive Erschließung von Formen gelebten | ||
| + | Glaubens“3 – Die reflexive Erschließung erfordert | ||
| + | per sönliches Vertrautsein mit Formen gelebten | ||
| + | Glau bens bei den Religionslehrkräften; | ||
| + | |||
| + | 3. „Förderung religiöser Dialog- und Urteilsfähig - | ||
| + | keit“4 – Voraussetzung ist eine religiös verortete und | ||
| + | dialogfähige Persönlichkeit, | ||
| + | das Wechselspiel von Fragen, Zweifeln und Ver trau - | ||
| + | en als Lernweg des Glaubens wahrnimmt und auch | ||
| + | vermittelt. | ||
| + | |||
| + | Daher setzt die Berufstätigkeit als Religionslehrkraft | ||
| + | neben der theologischen und pädagogischen Befähigung, | ||
| + | Bereitschaft voraus, „in der Kirche die Kommunikationsbasis für [ihr bzw.] sein Glaubensleben [zu suchen]“6. | ||
| + | Im Sinne der Zielsetzung des katholischen | ||
| + | Religionsunterrichts, | ||
| + | verantwortlichem Denken und Handeln im Hinblick | ||
| + | auf Glauben und Religion zu befähigen, gehört zur | ||
| + | Profession von Religionslehrkräften auch die Bereitschaft, | ||
| + | mit der Lehre der katholischen Kirche zu erteilen. | ||
| + | Grundlagen dazu sind das Glaubensbekenntnis der | ||
| + | katholischen Kirche, die apostolische Überlieferung 7 | ||
| + | und das Prinzip der „Hierarchie der Wahrheiten“8. | ||
| + | Damit besteht eine hohe Bindung an die Gemeinschaft der katholischen Kirche. | ||
| + | Doch „die Bindung an die Kirche kann […] nicht die | ||
| + | Verpflichtung auf ein verklärtes, | ||
| + | Botschaft Jesu Christi und der tatsächlichen Erscheinungsweise seiner Kirche, zwischen Ursprung | ||
| + | und Gegenwart, darf nicht verharmlost und schon | ||
| + | gar nicht ausgeklammert werden. Liebe zur Kirche | ||
| + | und kritische Distanz müssen einander nicht ausschließen“9. Aus diesem Grund sollen sich Religionslehrkräfte im Sinne einer kritischen Loyalität zu kontrovers diskutierten kirchlichen Themen auch im | ||
| + | Unterricht theologisch begründet positionieren und | ||
| + | so zu einer lebendigen Kirche beitragen, die um die | ||
| + | Nachfolge Jesu Christi in der Welt von heute ringt | ||
| + | und unter dem Beistand des Heiligen Geistes fort Nr. 107 | ||
| + | Ordnung für die Erteilung der Missio canonica und der vorläufigen | ||
| + | kirchlichen Bevollmächtigung an Lehrkräfte für den katholischen | ||
| + | Religionsunterricht im Bistum Trier schreitet.10 Rechtgläubigkeit im Sinne von can. 804 | ||
| + | § 2 CIC schließt theologisch begründete Kritik und | ||
| + | Zweifel nicht aus. Gleichzeitig bedarf es innerhalb | ||
| + | der weltanschaulich pluralen Gesellschaft einer | ||
| + | glaub würdigen Positionierung der eigenen Religiosität in dem Bewusstsein, | ||
| + | um eine lebenslange Aufgabe handelt. Katholische | ||
| + | Religionslehrkräfte sind als katholische Lehrkräfte | ||
| + | gerade auch dann erkennbar, wenn sie konfessionsbewusst und differenzsensibel katholischen Religionsunterricht kooperativ in ökumenischem Geist erteilen.11 | ||
| + | |||
| + | **Da der Religionsunterricht ein ordentliches Unterrichtsfach ist, gelten für ihn wie für jedes andere Fach | ||
| + | die Grundregeln schulischen Lernens: | ||
| + | |||
| + | 1. Ziel des Unterrichts ist die Ermöglichung eines | ||
| + | selbstständigen Urteils der Schülerinnen und Schüler, weshalb jede Form der Indoktrinierung zu vermeiden ist. Dieses Ziel verfolgt auch der katholische | ||
| + | Religionsunterricht, | ||
| + | Schüler „zu verantwortlichem Denken und Verhalten | ||
| + | im Hinblick auf Religion und Glaube befähigen“12. | ||
| + | |||
| + | 2. Diesem Ziel dient das Kontroversitätsgebot für | ||
| + | den schulischen Unterricht; nach diesem Prinzip | ||
| + | muss das, was in Wissenschaft und Gesellschaft kontrovers ist, auch im Unterricht kontrovers behandelt | ||
| + | werden. In der Theologie und im Leben der Kirche | ||
| + | gibt es eine legitime Pluralität von Überzeugungen, | ||
| + | die im Religionsunterricht zur Sprache kommen sollen. Denn wenn unterschiedliche Standpunkte und | ||
| + | deren theologische Begründungen unerörtert blieben, widerspräche dies seiner oben genannten Zielsetzung und der intendierten Förderung der Urteilsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler. | ||
| + | |||
| + | 3. Mit dieser Zielsetzung entspricht der Religionsunterricht zugleich der dritten Grundregel, dem schulischen Gebot der Subjekt- bzw. Schülerorientierung, | ||
| + | die auch theologisch begründet ist; denn es ist Aufgabe der katholischen Kirche, „in einer jeweils einer | ||
| + | Generation angemessenen Weise auf die bleibenden | ||
| + | Fragen der Menschen nach dem Sinn des gegenwärtigen und zukünftigen Lebens und nach dem Verhältnis beider zueinander Antwort [zu] geben“.13 | ||
| + | |||
| + | Die Beachtung dieser Grundsätze schulischer Bildung und der Bekenntnischarakter des Religionsunterrichts widersprechen sich nicht; denn der Bekenntnischarakter des Faches nach Artikel 7 Absatz | ||
| + | 3 GG setzt voraus, dass die Religionslehrkräfte das | ||
| + | Fach „nicht nur in der Beobachterperspektive über | ||
| + | den Glauben“ erteilen, sondern dies „auch in der | ||
| + | Teil nehmerperspektive vom Glauben“ tun.14 Das | ||
| + | schließt die Teilnahme am Leben der Kirche und ihrem Ringen um die Frage ein, was Nachfolge Christi | ||
| + | heute bedeutet. | ||
| + | |||
| + | Mit der kirchlichen Beauftragung ist die Erwartung | ||
| + | verbunden, dass Religionslehrkräfte ein „Zeugnis | ||
| + | christlichen Lebens“ (can. 804 § 2) in Schule und | ||
| + | Unterricht geben. Wie wichtig diese Zeugenschaft | ||
| + | ist, hat schon Papst Paul VI. festgestellt: | ||
| + | und wenn er auf Gelehrte hört, dann deshalb, weil | ||
| + | sie Zeugen sind.“15 Religionslehrkräfte sollen ihren | ||
| + | persönlichen Glauben und ihre Glaubenserfahrungen didaktisch und methodisch reflektiert in das Unterrichtsgeschehen einbringen. Für Schülerinnen und | ||
| + | Schüler, Eltern, Kolleginnen und Kollegen sind sie | ||
| + | auch außerhalb des Unterrichts Ansprechpartnerinnen und -partner in oft sehr persönlichen Glaubens- und Lebensfragen. Nicht selten sehen sie sich auch | ||
| + | durch Kritik an Glaube und Kirche zu einer persönlichen Stellungnahme herausgefordert. Ihr Zeugnis | ||
| + | zeigt sich aber auch im täglichen Umgang mit den | ||
| + | Schülerinnen und Schülern, den Kolleginnen und | ||
| + | Kollegen, den Eltern, der Schulleitung und nicht zuletzt in der Mitverantwortung für die Gestaltung des | ||
| + | Schullebens. Zu einem solchen Zeugnis christlichen | ||
| + | Lebens sind alle Religionslehrkräfte aufgefordert, | ||
| + | unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Alter, ihrer | ||
| + | Behinderung, | ||
| + | Identität. Mit dem Zeugnis christlichen Lebens unvereinbar sind Handlungen, die öffentlich wahrnehmbar sind und sich gegen die Kirche oder deren | ||
| + | Werteordnung richten.16 | ||
| + | |||
| + | Der Beruf der Religionslehrkraft ist anspruchsvoll | ||
| + | und herausfordernd. Mit der Erteilung der Missio | ||
| + | canonica wollen die Bischöfe die Religionslehrkräfte | ||
| + | ermutigen, diese Herausforderungen anzunehmen. | ||
| + | Die Missio canonica ist vor allem eine Vertrauenserklärung, | ||
| + | Kirche die Religionslehrkräfte begleitet und unterstützt. | ||
| + | Die folgende Verfahrensordnung ist im Sinne dieser | ||
| + | Präambel zu interpretieren. | ||
| + | |||
| + | **§ 1** | ||
| + | Erfordernis der kirchlichen Bevollmächtigung | ||
| + | |||
| + | //(1)// Zur Erteilung von katholischem Religionsunterricht bedarf die Religionslehrkraft einer dauerhaft | ||
| + | erteilten kirchlichen Bevollmächtigung (Missio canonica). | ||
| + | 185 | ||
| + | Kirchliches Amtsblatt 1. Mai 2023, Nr. 107 | ||
| + | |||
| + | //(2)// Wer sich in einem staatlichen oder kirchlichen | ||
| + | Ausbildungsverhältnis darauf vorbereitet, | ||
| + | eine vorläufige kirchliche Bevollmächtigung. | ||
| + | |||
| + | //(3)// Die Regelungen des weltlichen Rechts über die | ||
| + | fachliche und pädagogische Qualifikation der Religionslehrkräfte bleiben unberührt. | ||
| + | |||
| + | **§ 2** | ||
| + | Zuständigkeiten und Reichweite | ||
| + | der Missio canonica | ||
| + | |||
| + | //(1)// Zuständig für die Erteilung der Missio canonica | ||
| + | ist der Ortsordinarius der (Erz-)Diözese, | ||
| + | Lehrkraft Religionsunterricht erteilt (can. 805 CIC). | ||
| + | Die Missio canonica gilt zeitlich unbefristet. | ||
| + | |||
| + | //(2)// Zuständig für die Erteilung der vorläufigen kirchlichen Bevollmächtigung ist der Ortsordinarius der | ||
| + | (Erz-)Diözese, | ||
| + | katholischem Religionsunterricht qualifizierende | ||
| + | Studienabschluss erworben wurde, oder der (Erz-) | ||
| + | Diözese, in der die für die Religionslehrkraft zuständige Lehrerausbildungsinstitution liegt. | ||
| + | |||
| + | //(3)// Abweichend von Abs. 2 ist für die Erteilung der | ||
| + | vorläufigen kirchlichen Bevollmächtigung bei einer | ||
| + | berufsbegleitenden Weiterbildung von Religionslehrkräften mit dem Ziel, das staatliche Lehramt für | ||
| + | katholischen Religionsunterricht zu erwerben, die | ||
| + | (Erz-) Diözese zuständig, in der die Religionslehrkraft tätig ist. | ||
| + | |||
| + | //(4)// Die Missio canonica oder vorläufige kirchliche | ||
| + | Bevollmächtigung wird von anderen (Erz-)Diözesen | ||
| + | anerkannt. Sofern eine Religionslehrkraft an einer | ||
| + | Schule Religionsunterricht erteilt, die nicht auf dem | ||
| + | Gebiet der (Erz-)Diözese liegt, die die Missio erteilt | ||
| + | hat, ist sie verpflichtet, | ||
| + | ständigen Stelle der (Erz-)Diözese vorzulegen. | ||
| + | |||
| + | **§ 3** | ||
| + | Voraussetzungen für die Verleihung | ||
| + | der Missio canonica | ||
| + | |||
| + | //(1)// Die Missio canonica wird bei Vorliegen folgender | ||
| + | Voraussetzungen erteilt: | ||
| + | |||
| + | 1. ein erfolgreicher Abschluss der für die Lehrtätigkeit an öffentlichen Schulen qualifizierenden Studien | ||
| + | der katholischen Theologie, | ||
| + | |||
| + | 2. ein erfolgreicher Abschluss des Vorbereitungsdienstes, | ||
| + | |||
| + | 3. die volle Eingliederung in die katholische Kirche | ||
| + | durch die Initiationssakramente Taufe, Firmung und | ||
| + | Eucharistie, | ||
| + | |||
| + | 4. die Bereitschaft, | ||
| + | glaubwürdig zu erteilen, | ||
| + | |||
| + | 5. die Bereitschaft, | ||
| + | in Schule und Unterricht zu geben. | ||
| + | Liegen die Voraussetzungen nach Satz 1 nicht vor, | ||
| + | wird die Missio canonica versagt. | ||
| + | |||
| + | //(2)// Der Antrag wird unter Verwendung eines Formulars bei der bischöflichen Behörde gestellt. Dem | ||
| + | An trag sind beizufügen: | ||
| + | |||
| + | 1. Zeugnisse und andere Unterlagen, aus denen das | ||
| + | Vorliegen der Voraussetzungen nach Abs. 1 Satz 1 | ||
| + | Nr. 1 bis 3 ersichtlich ist, | ||
| + | |||
| + | 2. eine persönliche Erklärung über die Bereitschaft | ||
| + | zur Erteilung des Religionsunterrichts sowie zum | ||
| + | christlichen Lebenszeugnis nach Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 | ||
| + | und 5, | ||
| + | |||
| + | 3. der Studienbegleitbrief oder ein anderer geeigneter Nachweis der Teilnahme an den verpflichtenden | ||
| + | Modulen des Mentorats am Studienort, | ||
| + | |||
| + | 4. ein Referenzschreiben, | ||
| + | die im kirchlichen Verkündigungsdienst tätig ist und | ||
| + | nicht beruflich an der Ausbildung von Religionslehrkräften mitwirkt. | ||
| + | |||
| + | //(3)// Die bischöfliche Behörde prüft den Antrag und | ||
| + | empfiehlt dem Ortsordinarius die Erteilung oder | ||
| + | Versagung der Missio canonica. Bevor die bischöfliche Behörde empfiehlt, die Missio canonica zu versagen, gibt sie der Religionslehrkraft unter Setzung | ||
| + | einer an gemessenen Frist Gelegenheit zur schriftlichen Stellungnahme; | ||
| + | Religionslehrkraft verlängert werden. Soll die Missio | ||
| + | canonica nach Abs. 1 Satz 2 in Verbindung mit Abs. | ||
| + | 1 Satz 1 Nr. 4 oder 5 versagt werden, leitet die | ||
| + | bischöfliche Behörde den Vorgang an die Missio-Kommission weiter. Die Religionslehrkraft kann den | ||
| + | Antrag jederzeit zurücknehmen. | ||
| + | |||
| + | //(4)// Sind die Voraussetzungen nach Abs. 1 vollständig | ||
| + | erfüllt, entsendet der Ortsordinarius die Religionslehrkraft mit der Missio canonica. Hierüber erhält die | ||
| + | Religionslehrkraft eine Urkunde. Diese wird in der | ||
| + | Re gel durch den Ortsordinarius oder eine von diesem beauftragte Person im Rahmen eines Gottesdienstes überreicht. | ||
| + | |||
| + | **§ 4** | ||
| + | Verleihung der vorläufigen | ||
| + | kirchlichen Bevollmächtigung | ||
| + | |||
| + | //(1)// Die vorläufige kirchliche Bevollmächtigung wird | ||
| + | zeitlich befristet – in der Regel für die Dauer des | ||
| + | Vorbereitungsdienstes – auf Antrag verliehen. Sie | ||
| + | wird bei Vorliegen folgender Voraussetzungen er - | ||
| + | teilt: | ||
| + | |||
| + | 1. ein erfolgreicher Abschluss der für die Lehrtätigkeit an öffentlichen Schulen qualifizierenden Studien | ||
| + | der katholischen Theologie, | ||
| + | |||
| + | 2. die volle Eingliederung in die katholische Kirche | ||
| + | durch die Initiationssakramente Taufe, Firmung und | ||
| + | Eucharistie, | ||
| + | |||
| + | 3. die Bereitschaft, | ||
| + | glaub würdig zu erteilen, | ||
| + | |||
| + | 4. die Bereitschaft, | ||
| + | in Schule und Unterricht zu geben. | ||
| + | Liegen die Voraussetzungen nach Satz 1 nicht vor, | ||
| + | wird die vorläufige kirchliche Bevollmächtigung versagt. | ||
| + | |||
| + | //(2)// Der Antrag wird unter Verwendung eines Formulars bei der bischöflichen Behörde gestellt. Dem | ||
| + | An trag sind beizufügen: | ||
| + | |||
| + | 1. Zeugnisse und andere Unterlagen, aus denen das | ||
| + | Vorliegen der Voraussetzungen nach Abs. 1 Satz 1 | ||
| + | Nr. 1 und 2 ersichtlich ist, | ||
| + | |||
| + | 2. eine persönliche Erklärung über die Bereitschaft | ||
| + | zur Erteilung des Religionsunterrichts sowie zum | ||
| + | christlichen Lebenszeugnis nach Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 | ||
| + | und 4, | ||
| + | |||
| + | 3. der Studienbegleitbrief oder ein anderer geeigneter Nachweis der Teilnahme an den verpflichtenden | ||
| + | Modulen des Mentorats am Studienort. | ||
| + | |||
| + | //(3)// Die bischöfliche Behörde prüft den Antrag und | ||
| + | empfiehlt dem Ortsordinarius die Erteilung oder | ||
| + | Versagung der vorläufigen kirchlichen Bevollmächtigung. Vor einer Versagung der vorläufigen kirchlichen Bevollmächtigung ist die Religionslehrkraft zu | ||
| + | den maßgeblichen Gründen anzuhören. § 3 Abs. 3 | ||
| + | Satz 3 gilt entsprechend. | ||
| + | |||
| + | //(4)// Über die Verleihung der vorläufigen kirchlichen | ||
| + | Bevollmächtigung erhält die Religionslehrkraft eine | ||
| + | Urkunde. Diese kann persönlich überreicht oder auf | ||
| + | dem Postweg übersandt werden. | ||
| + | |||
| + | **§ 5** | ||
| + | Erlöschen der Missio canonica und der | ||
| + | vorläufigen kirchlichen Bevollmächtigung | ||
| + | |||
| + | //(1)// Die Missio canonica erlischt durch Entzug oder | ||
| + | Verzicht. | ||
| + | |||
| + | //(2)// Die Missio canonica und die vorläufige kirchliche | ||
| + | Bevollmächtigung können nach § 8 entzogen werden, wenn die Voraussetzungen für ihre Erteilung | ||
| + | nicht mehr vollständig erfüllt sind. Zuständig für den | ||
| + | Entzug ist der Ortsordinarius, | ||
| + | erteilt hat. Der Entzug der Missio canonica erfolgt | ||
| + | auf Empfehlung der Missio-Kommission. | ||
| + | |||
| + | //(3)// Bevor die Missio-Kommission einbezogen wird, | ||
| + | ist die bischöfliche Behörde verpflichtet, | ||
| + | maßgeblichen Sachverhalt schriftlich mitzuteilen, | ||
| + | diesen in einem Gespräch mit der Religionslehrkraft | ||
| + | zu erörtern und ihr ein Angebot seelsorglicher oder | ||
| + | supervisorischer Unterstützung zu machen. | ||
| + | Außerdem ist der Religionslehrkraft unter Setzung | ||
| + | einer angemessenen Frist Gelegenheit zur schriftlichen Stellungnahme zu geben. Vor einem Entzug der | ||
| + | vorläufigen kirchlichen Bevollmächtigung ist die | ||
| + | Religionslehrkraft anzuhören. | ||
| + | |||
| + | //(4)// Die Religionslehrkraft kann gegenüber dem nach | ||
| + | Abs. 2 Satz 2 zuständigen Ortsordinarius den Verzicht auf die Missio canonica oder die vorläufige | ||
| + | kirchliche Bevollmächtigung erklären. Der Verzicht | ||
| + | bedarf der Schriftform; | ||
| + | Ortsordinarius bedarf er nicht. | ||
| + | |||
| + | //(5)// Ist die Missio canonica oder die vorläufige kirchliche Bevollmächtigung erloschen, darf die Religionslehrkraft keinen katholischen Religionsunterricht | ||
| + | erteilen. Ist die Religionslehrkraft an einer öffentlichen Schule tätig, informiert die bischöfliche | ||
| + | Behörde die staatliche Schulaufsichtsbehörde. | ||
| + | |||
| + | **§ 6** | ||
| + | Aufgaben und Zusammensetzung | ||
| + | der Missio-Kommission | ||
| + | |||
| + | //(1)// Die durch den Ortsordinarius eingerichtete | ||
| + | Missio-Kommission wird tätig, wenn beabsichtigt ist, | ||
| + | einen Antrag auf Verleihung der Missio canonica | ||
| + | nach § 3 Abs. 1 Satz 2 in Verbindung mit Abs. 1 Satz | ||
| + | 1 Nr. 4 oder 5 abzulehnen oder die Missio canonica | ||
| + | oder die vorläufige kirchliche Bevollmächtigung zu | ||
| + | entziehen. | ||
| + | |||
| + | //(2)// Der Missio-Kommission gehören an: | ||
| + | |||
| + | 1. ein/e Vertreter/ | ||
| + | |||
| + | 2. drei Religionslehrkräfte aus unterschiedlichen | ||
| + | Schulstufen, | ||
| + | |||
| + | 3. ein/e theologische/ | ||
| + | |||
| + | 4. ein/e Jurist/in mit der Befähigung zum deutschen | ||
| + | Richteramt, der/die nicht im kirchlichen Dienst an - | ||
| + | gestellt ist. | ||
| + | |||
| + | // | ||
| + | Vertreterin der bischöflichen Behörde übernehmen | ||
| + | diese Tätigkeit ehrenamtlich. | ||
| + | |||
| + | //(4)// Der Ortsordinarius ernennt die Mitglieder der | ||
| + | Missio-Kommission für fünf Jahre. Weitere Amtszeiten sind möglich. Für jedes Mitglied ernennt der | ||
| + | Ortsordinarius eine/n Stellvertreter/ | ||
| + | |||
| + | //(5)// Die Kommission wählt aus ihrer Mitte eine/ | ||
| + | Vorsitzende/ | ||
| + | |||
| + | **§ 7** | ||
| + | Arbeitsweise der Missio-Kommission | ||
| + | |||
| + | //(1)// Die Missio-Kommission tritt schulstufenbezogen | ||
| + | zusammen. Im konkreten Einzelfall gehören ihr an: | ||
| + | |||
| + | 1. der/die Vertreter/ | ||
| + | |||
| + | 2. die Religionslehrkraft der Schulstufe, für welche | ||
| + | im konkreten Einzelfall die Missio canonica beantragt oder für welche die Missio canonica, deren Entzug beabsichtigt ist, erteilt wurde, | ||
| + | |||
| + | 3. der/die theologische Hochschullehrer/ | ||
| + | |||
| + | 4. der/die Jurist/ | ||
| + | |||
| + | //(2)// Die Missio-Kommission ist nur bei Anwesenheit | ||
| + | aller vier Mitglieder beschlussfähig. Sie tagt, auch so - | ||
| + | weit eine Anhörung der betroffenen Lehrkraft stattfindet, | ||
| + | |||
| + | //(3)// Wird ein Mitglied der Missio-Kommission wegen | ||
| + | Besorgnis der Befangenheit abgelehnt, so entscheidet die Missio-Kommission unter Ausschluss des ab - | ||
| + | gelehnten Mitglieds; bei Stimmengleichheit gibt die | ||
| + | Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag. Ersatzmitglieder werden für die Entscheidung nach Satz 1 | ||
| + | nicht hinzugezogen; | ||
| + | |||
| + | //(4)// Erklärt sich ein Mitglied, das nicht abgelehnt ist, | ||
| + | selbst für befangen, gilt Abs. 3 entsprechend. | ||
| + | |||
| + | **§ 8** | ||
| + | Verfahren bei Einbeziehung der | ||
| + | Missio-Kommission | ||
| + | |||
| + | //(1)// Die bischöfliche Behörde leitet den Vorgang | ||
| + | unter Beifügung der schriftlichen Stellungnahme der | ||
| + | Religionslehrkraft an die Missio-Kommission weiter. | ||
| + | Hält diese nach einer vorläufigen Prüfung die Versagung oder den Entzug der Missio canonica für angezeigt, gibt sie der Religionslehrkraft erneut Gelegenheit, | ||
| + | An trag der Religionslehrkraft durch den Vorsitzenden der Missio-Kommission verlängert werden. Auf | ||
| + | Antrag eines ihrer Mitglieder oder der Religionslehrkraft führt die Missio-Kommission eine mündliche | ||
| + | Anhörung durch. | ||
| + | |||
| + | //(2)// Unbeschadet des Abs. 1 Satz 3 bedient sich die | ||
| + | Missio-Kommission der Beweismittel, | ||
| + | Auskünfte jeder Art einholen, Zeugen und Sachverständige vernehmen oder die schriftliche oder elektronische Äußerung von Beteiligten, | ||
| + | |||
| + | //(3)// Die Missio-Kommission übersendet dem Ortsordinarius ein schriftliches Votum mit einer Empfehlung für dessen Entscheidung. Die Beschlussfassung | ||
| + | über das Votum nach Satz 1 erfolgt durch Mehrheitsentscheidung; | ||
| + | Stimme des/der Vorsitzenden. Überstimmte Kommissionsmitglieder können dem Votum ein Minderheitsvotum beifügen. | ||
| + | |||
| + | //(4)// Die Entscheidung des Ortsordinarius wird der | ||
| + | Religionslehrkraft schriftlich mit Begründung zugestellt. Innerhalb von zehn Tagen kann die Religionslehrkraft schriftlich die Abänderung oder Aufhebung | ||
| + | der Entscheidung in schriftlicher Form beantragen | ||
| + | (vgl. can. 1734 § 2 CIC). Hat der Antrag nach Satz 2 | ||
| + | keinen Erfolg, kann die Religionslehrkraft innerhalb | ||
| + | von fünfzehn Tagen über den Ortsordinarius Beschwerde bei dem zuständigen römischen Dikasterium einlegen (vgl. can. 1732-1739 CIC). | ||
| + | |||
| + | //(5)// Der Ortsordinarius kann aus schwerwiegenden | ||
| + | und dringenden Gründen die Missio canonica während des Verfahrens nach Abs. 1 bis 4 bis zur endgültigen Entscheidung vorläufig entziehen. Zuvor ist | ||
| + | der Religionslehrkraft Gelegenheit zu geben, unverzüglich eine schriftliche Stellungnahme abzugeben. | ||
| + | Die Entscheidung nach Satz 1 ist nicht anfechtbar. | ||
| + | § 5 Abs. 5 gilt entsprechend. | ||
| + | |||
| + | //(6)// Die Lehrkraft kann zu jedem Zeitpunkt des Verfahrens einen rechtlichen Beistand hinzuziehen. | ||
| + | |||
| + | **§ 9** | ||
| + | Schlussbestimmungen | ||
| + | |||
| + | //(1)// Die Bestimmungen dieser Ordnung treten zum 1. | ||
| + | Mai 2023 in Kraft. Gleichzeitig treten die Richtlinien | ||
| + | für die Erteilung der kirchlichen Unterrichtserlaubnis und der Missio canonica für Lehrkräfte mit | ||
| + | der Facultas „Katholische Religionslehre“ und Geschäftsordnung vom 21. Mai 2007 (KA 2007 Nr. 96) | ||
| + | außer Kraft. | ||
| + | |||
| + | //(2)// Die Ausführungsbestimmungen zur Kirchlichen | ||
| + | Studienbegleitung für Studierende der Katholischen | ||
| + | Religionslehre/ | ||
| + | dem Berufsziel „Religionslehrerin/ | ||
| + | |||
| + | |||
| + | im Bistum Trier vom 19. Mai 2007 (KA 2007 Nr. 98) | ||
| + | bleiben unberührt. | ||
| + | Trier, den 20. April 2023 | ||
| + | |||
| + | Bischof von Trier | ||
trier.1697631648.txt.gz · Zuletzt geändert: 2023/10/18 14:20 von bjohan02_uni-mainz.de
